Inhaltsverzeichnis

Korrosion
Korrosionsarten bei Schraubverbindungen
Korrosionsbeständigkeit
Der PREN-Wert
Korrosionbeständigkeitsklassen (CRC) vs.
Korrosivitätskategorien (CX)
Der Salzsprühnebeltest (SSNT)

Technische Übersicht

Übersicht nichtrostender Edelstähle

Die Tabelle zeigt ausgewählte Werkstoffgruppen, Sorten, Werkstoffnummern und typische Eigenschaften in einer webtauglichen Darstellung.

Übersicht der Werkstoffe
Gruppe Sorte Werkstoffnr. Kurzname Eigenschaften
Austenitisch A1
  • 1.4305
  • 1.4300
  • X8 CrNiS 18-9
  • X10 CrNiS 18 9
Nur mäßig rostbeständig und ungenügend säurebeständig, ungenügend schweißfähig.
A2
  • 1.4301 (V2A)
  • 1.4303
  • 1.4306
  • 1.4307
  • 1.4310
  • 1.4316
  • 1.4318
  • X5 CrNi 18-10
  • X4 CrNi 18-12
  • X2 CrNi 19-11
  • X2 CrNi 18-9
  • X10 CrNi 18-8
  • X1 CrNi 19-9
  • X2 CrNiN 18-7
Gute Rostbeständigkeit, nur ausreichende Säurebeständigkeit, aber Schweißbarkeit.
A4
  • 1.4401
  • 1.4404
  • 1.4435
  • X5 CrNiMo 17-12-2
  • X2 CrNiMo 17-12-2
  • X2 CrNiMo 18-14-3
Sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig.
A5 1.4571 X6 CrNiMoTi17-12-2 Sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig.
A8
  • 1.4478
  • 1.4529
  • 1.4547
  • X2 NiCrMoN 25-21-7
  • X1 NiCrMoCuN 25-20-7
  • X1 CrNiMoCuN 20-18-7
Superaustenitischer Stahl, sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig. Durch seinen hohen Molybdängehalt bietet diese Güte außerdem eine gute Resistenz gegenüber Spannungsrisskorrosion und Lochfraß.
Duplex (austenitisch-ferritisch) D6
  • 1.4462
  • 1.4481
  • X2CrNiMoN22-5-3
  • X2CrNiMoN25-7-3
Sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig. Dieser Duplex Stahl zeichnet sich außerdem durch eine hohe Festigkeit und Streckgrenze aus, welche um etwa 150 % höher liegt als bei vergleichbaren rein-austenitischen Stählen.
D8
  • 1.4410
  • 1.4501
  • 1.4507
  • X2CrNiMoN25-7-4
  • X2CrNiMoWCuWN25-7-4
  • X2CrNiMoCuN25-6-3
Ausgezeichnete Eigenschaften gegen Korrosion sowie eine hohe Festigkeit. Dieser Werkstoff zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Lochfraß- und Spaltkorrosionsbeständigkeit in chloridhaltigen Medien und in Seewasser aus. Außerdem ist diese Güte gegen interkristalline Korrosion beständig, sowohl im Lieferzustand als auch nach dem Schweißen.
Martensitisch C1
  • 1.4005
  • 1.4006
  • 1.4021
  • X12 CrS 13
  • X12 Cr 13
  • X20 Cr 13
Mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
C3
  • 1.4057
  • 1.4722
  • X17 CrNi 16-2
  • X39 CrMo 17-1
Mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
C4 1.4104 X14 CrMo S17 Mittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
Ferritisch F1 1.4016 X6Cr17 Hohe Rostbeständigkeit, schlechte Schweißbarkeit.
A1
Austenitisch
Werkstoffnr.1.4305, 1.4300
KurznameX8 CrNiS 18-9, X10 CrNiS 18 9
EigenschaftenNur mäßig rostbeständig und ungenügend säurebeständig, ungenügend schweißfähig.
A2
Austenitisch
Werkstoffnr.1.4301 (V2A), 1.4303, 1.4306, 1.4307, 1.4310, 1.4316, 1.4318
KurznameX5 CrNi 18-10, X4 CrNi 18-12, X2 CrNi 19-11, X2 CrNi 18-9, X10 CrNi 18-8, X1 CrNi 19-9, X2 CrNiN 18-7
EigenschaftenGute Rostbeständigkeit, nur ausreichende Säurebeständigkeit, aber Schweißbarkeit.
A4
Austenitisch
Werkstoffnr.1.4401, 1.4404, 1.4435
KurznameX5 CrNiMo 17-12-2, X2 CrNiMo 17-12-2, X2 CrNiMo 18-14-3
EigenschaftenSehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig.
A5
Austenitisch
Werkstoffnr.1.4571
KurznameX6 CrNiMoTi17-12-2
EigenschaftenSehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig.
A8
Austenitisch
Werkstoffnr.1.4478, 1.4529, 1.4547
KurznameX2 NiCrMoN 25-21-7, X1 NiCrMoCuN 25-20-7, X1 CrNiMoCuN 20-18-7
EigenschaftenSuperaustenitischer Stahl, sehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig. Durch seinen hohen Molybdängehalt bietet diese Güte außerdem eine gute Resistenz gegenüber Spannungsrisskorrosion und Lochfraß.
D6
Duplex (austenitisch-ferritisch)
Werkstoffnr.1.4462, 1.4481
KurznameX2CrNiMoN22-5-3, X2CrNiMoN25-7-3
EigenschaftenSehr hohe Rostbeständigkeit, sehr hohe Säurebeständigkeit, gut schweißfähig. Dieser Duplex Stahl zeichnet sich außerdem durch eine hohe Festigkeit und Streckgrenze aus, welche um etwa 150 % höher liegt als bei vergleichbaren rein-austenitischen Stählen.
D8
Duplex (austenitisch-ferritisch)
Werkstoffnr.1.4410, 1.4501, 1.4507
KurznameX2CrNiMoN25-7-4, X2CrNiMoWCuWN25-7-4, X2CrNiMoCuN25-6-3
EigenschaftenAusgezeichnete Eigenschaften gegen Korrosion sowie eine hohe Festigkeit. Dieser Werkstoff zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Lochfraß- und Spaltkorrosionsbeständigkeit in chloridhaltigen Medien und in Seewasser aus. Außerdem ist diese Güte gegen interkristalline Korrosion beständig, sowohl im Lieferzustand als auch nach dem Schweißen.
C1
Martensitisch
Werkstoffnr.1.4005, 1.4006, 1.4021
KurznameX12 CrS 13, X12 Cr 13, X20 Cr 13
EigenschaftenMittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
C3
Martensitisch
Werkstoffnr.1.4057, 1.4722
KurznameX17 CrNi 16-2, X39 CrMo 17-1
EigenschaftenMittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
C4
Martensitisch
Werkstoffnr.1.4104
KurznameX14 CrMo S17
EigenschaftenMittlere Rostbeständigkeit, nur ungenügend säurebeständig und schweißbar.
F1
Ferritisch
Werkstoffnr.1.4016
KurznameX6Cr17
EigenschaftenHohe Rostbeständigkeit, schlechte Schweißbarkeit.

Hinweis: In einer skalierbaren WordPress-Umsetzung sollten Desktop-Tabelle und Mobile-Karten aus derselben Datenquelle erzeugt werden, z. B. JSON, CSV oder ACF-Felder.

Kennzeichen bei Schrauben mit reduzierter Belastbarkeit

Korrosion

Was ist Korrosion bei Edelstahl?

Korrosion (Rost) bildet sich auf den Edelstahloberflächen, wenn diese einer aggressiven Belastung ausgesetzt sind und nicht genügend Chrom vorhanden ist, um die erforderliche Oxidschicht zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Edelstahl kann somit rosten, wenn die Anforderungen an den Edelstahl zu stark sind.
Edelstahl ist eines der beständigsten Metalle, und seine mechanischen Eigenschaften ermöglichen es ihm, extrem korrosionsfest zu sein. Trotzdem ist das Auftreten von Korrosion nicht ausgeschlossen.
Rostfreie Edelstähle müssen mindestens 10,5 % Chrom (Cr) enthalten und sind beständig gegen oxidierende Angriffsmittel. Das Erhöhen des Chrom-Gehalts und gegebenenfalls weitere Legierungsbestandteile wie Nickel (Ni), Molybdän (Mo), Titan (Ti) oder Niob (Nb) verbessern die Korrosionsbeständigkeit. Diese Zusätze beeinflussen zusätzlich auch die mechanischen Eigenschaften. Das Auftreten von Korrosion ist oftmals nicht auf fehlerhaftes Material, sondern auf eine fehlerhafte Werkstoffauswahl zurückzuführen.

Angaben zu Werkstoffen gemäß DIN EN 10088-3

Angaben zu Werkstoffen gemäß DIN EN 10088-3
Werkstoffnr. Sorte CRC Dehngrenze
Rp0,2 [MPa]
Zugfestigkeit min.
Rm [MPa]
Zugfestigkeit max.
Rm [MPa]
PRE(N)
Temperaturbeständigkeit nichtrostender Stähle bei erhöhter Temperatur
Temperatur
Sorte nichtrostender Stähle Rpf bei erhöhter Temperatur, in % des Wertes bei Raumtemperatur (ausschließlich Festigkeitsklassen 70 und 801, 2)
+100 °C +200 °C +300 °C +400 °C
Kontaktkorrosion bei Metallpaarungen
= geringfügige oder keine Korrosion
= mäßige Korrosion (in sehr feuchter Atmosphäre)
= starke Korrosion
k = klein, g = groß
Kontaktkorrosion bei Metallpaarungen

Korrosionsarten bei Schraubverbindungen

Fremdrost

Festhaftende Partikel eines niedriglegierteren Stahls können, während sie an der Edelstahlschraube haften, anfangen zu rosten. Dadurch kann die Passivschicht durchbrochen werden und es entsteht Lochfraßkorrosion.
Fremdrost entsteht durch:
> Benutzung von Werkzeugen, die vorher an normalem Stahl benutzt wurden.
> Funkenflug bei Nutzung eines Winkelschleifers oder bei Schweißarbeiten.
> Kontakt von rostetenden Gegeständen mit Edelstahloberflächen.
> Das Abtropfen von rostdurchsetztem Wasser auf Edelstahloberflächen.

Flächenkorrosion

Spricht man im Allgemeinen von Rost, so versteht man darunter eigentlich Flächenkorrosion. Hierbei handelt es sich um den gleichmäßigen Angriff und Abtrag der Oberfläche. Diese Art der Korrosion kann durch richtige Werkstoffauswahl völlig ausgeschlossen werden.

Kontaktkorrosion bei Metallpaarungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Kontaktkorrosion bei unterschiedlichen Metallpaarungen in Abhängigkeit des Flächenverhältnisses.

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